Wege aus der Humanwüste

 

„Ich brauchte eine Begleitperson“. Das sagte kürzlich eine Freundin im vorgerücktem  Alter zu mir,die als sogenannter Pflegefall zuhause lebt.Sie kann sich mit ihrem Rollator nur mühsam nach draussen bewegen und leidet unter Einsamkeit. Das ist das Schicksal vieler Senioren und Seniorinnen in Deutschland. Die Dame ist kinderlos. Das Dauergerede von den „Angehörigen“ ,die sich um hilfebedürftige Alte kümmern oder zu kümmern hätten, zerplatzt angesichts dieses Beispiels wie eine Seifenblase.

 

Um kurz noch beim vorliegenden Fall zu bleiben, der exemplarisch ist:Besagte Person hat eine etwas jüngere Schwester ,die nur mühsam Beistand leisten kann,weil ihr ein Hüftleiden schwer zu schaffen macht. Und es gibt da zwar noch eine Nichte.Doch die hat selber mühsam darum zu kämpfen,die Aufgaben in Beruf und eigener Familie in Einklang zu bringen. Dieses ist ein Ausschnitt aus unserer gesellschaftlichen Realität. Es fehlen „Begleitpersonen“ für die,deren Kräfte altersbedingt abnehmen.Stattdessen schiesst eine Pflegebürokratie ins Kraut,die Politiker darüber triumphieren lässt,dass nunmehr gesetzlich  „Pflegestufen“ in „Pflegegrade“  umgewandelt wurden.

 

Diese Webseite einer Journalistin (selbst im Seniorenalter) will unter anderem zur Klärung einer  Existenzfrage der Zukunft beitragen,die da lautet: Wie kann die zwischenmenschliche Lebensstruktur so erneuert werden,dass Menschen ihren Humanbedürfnissen im Alltag gemäss ausreichend füreinander da sein können ? Das jetzige staatlich verordnete Pflegesystem steht vor dem Zusammenbruch. Wir brauchen eine offene Diskussion über „Humanwachstum“ ,die die andere stets präsente über „Wirtschaftswachstum „ sinnvoll  ergänzt.

 

 

 Isolde Pietsch

Journalistin/Autorin

E-Mail: IsoldeP@T-online.de